Wussten Sie, dass die Luftpost Jahrtausende älter ist als die ersten Anfänge der Luftfahrt? Schon zur Zeit der Pharaonen im alten Ägypten wurden Brieftauben genutzt, um wichtige Nachrichten zu senden. Diese Form der Luft- beziehungsweise Flugpost hat heute in der Praxis keine Bedeutung mehr, existiert aber weiterhin in Gestalt des Brieftaubensports.

Von der Taube zum Flugzeug

Ein nächster Entwicklungsschritt war die Ballonpost, die mit der Entwicklung des Heißluftballons durch die Brüder Montgolfier möglich geworden war. Bald nahmen Ballonpiloten auf ihren Flügen kleinere Nachrichten mit, und für das Jahr 1793 ist belegt, dass man versuchte, aus den belagerten französischen Festungen Valenciennes sowie Condé Nachrichten per Ballon als Luftpost an die Verbündeten zu übermitteln. 1909 wurden dann erstmals Postsendungen mit Motorflugzeugen befördert. Diese Art des Transports von Postsendungen gewann wegen ihrer Schnelligkeit in den folgenden Jahren immer mehr an Bedeutung – sowohl im militärischen als auch im zivilen Bereich.

Wer in den ersten Jahrzehnten der kommerziellen Luftfahrt einen Brief oder ein Paket per Flugzeug befördern lassen wollte, musste dafür zusätzliche Kosten einkalkulieren. Dabei zählte beinahe jedes Gramm Gewicht, so dass man sogar spezielles Luftpost-Briefpapier entwickelte, das im Vergleich zu herkömmlichem Schreibpapier deutlich dünner und leichter ist. Eine auffällige blau-rote Markierung am Rand des Kuverts unterschied Luftpostbriefe deutlich von anderen Sendungen; außerdem wurden die Sendungen durch spezielle Aufkleber mit der Aufschrift „Luftpost“ beziehungsweise „Par Avion“ gekennzeichnet.

Moderne Luftpost

Heute ist das in der Regel nicht mehr notwendig, denn innerhalb Europas wird nicht mehr streng zwischen Luftpost und an Land beförderter Post unterschieden, egal, ob Sie einen Brief in einen ganz gewöhnlichen Briefkasten einwerfen, eine Warensendung mit warenbrief.de versenden oder einen Overnight-Kurier beauftragen – wenn der Luftweg die schnellste und kostengünstigste Alternative ist, dann wird er auch genutzt. Im Postverkehr nach Übersee kann es allerdings nach wie vor einen Unterschied ausmachen, ob Sie eine Sendung explizit als Luftpost deklarieren oder per Bahn und Schiff transportieren lassen. Das Luftpostaufkommen ist im Laufe der Jahre immer mehr gestiegen. Allein am Luftpost-Hub von Lufthansa Cargo in Frankfurt am Main werden inzwischen jeden Tag rund 150 Tonnen Luftpost umgeschlagen.

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